Aug 312014
 

???????????????????????????????1 – Es passiert nicht von selbst

Kinder werden nicht von selbst zweisprachig. Ein gängiger Mythos besagt, dass Kinder Sprachen “wie Schwämme” aufnehmen und sich alle Sprachen aneignen, die sie regelmäßig hören.
Unter den richtigen Umständen werden Kinder auf natürliche Weise die Familiensprache(n) erwerben, aber das ist nicht selbstverständlich.

2 – Eine Sprachplanung ist erforderlich

Damit ein Kind erfolgreich zweisprachig aufwächst, muss man im Voraus planen. Wie fließend soll das Kind die Sprache können? Soll es in den jeweiligen Sprachen lesen und schreiben können? Wer spricht welche Sprache und wann? Solche Aspekte müssen innerhalb der Familie vereinbart werden.

3 – Kohärenz ist äußerst wichtig

Sobald ein Plan feststeht, sollte sich jedes Familienmitglied verpflichtet fühlen, im Gebrauch der Sprachen kohärent zu bleiben. Kinder werden sicher auch zweisprachig wenn die Eltern die Sprachen mischen. Es besteht jedoch das Risiko, dass sie irgendwann die dominierende Sprache vorziehen, vor allem wenn der Elternteil, der die Minoritätensprache spricht, regelmässig in die dominantere Sprache wechselt.

4 – Die Expositionszeit ist wichtig

Wie lange sollte das Kind den jeweiligen Sprachen mindestens ausgesetzt sein? Es besteht ein allgemeiner Richtwert, dass ein Kind ungefähr 30% der Zeit einer Sprache ausgesetzt sein sollte, um auf natürliche Art und Weise zweisprachig zu werden. Dies ist jedoch stark von der Weise abhängig, wie diese Expositionszeit gestaltet wird. Kinder können durchaus mehr oder auch weniger Zeit benötigen um sich eine Sprache anzueignen.

5 – Es erfordert Zeit (und manchmal auch Geld)

Um ein Kind zweisprachig zu erziehen, müssen Eltern viel Zeit investieren mit Lesen, Reden, und Hilfsmittel zu finden, die das Sprachenlernen der Kinder unterstützen. Eventuell müssen auch Ferienziele so gewählet werden, dass die Kinder motiviert sind, die Sprache zu lernen.

6 – Es wird Zweifler geben

Nicht jeder wird die Meinung teilen, dass es eine gute Idee ist, ein Kind zweisprachig zu erziehen. Einige werden entmutigende Gründe finden, andere werden vorwerfen, man verlange zu viel von den Kindern oder man würde gar die Kinder verwirren. Man sollte diese Art Kommentare von Zweiflern ignorieren und ihnen vergeben: sie wissen nicht, von was sie sprechen.

7 – Man sollte nicht auf schlechten Rat hören

Sogar sogenannte Experten können zu einem bestimmten Zeitpunkt raten, auf zu hören eine bestimmte Sprache zu sprechen. Sobald man Zweifel hat, vor allem im Zusammenhang mit der Sprachentwicklung des Kindes, sollte man den Rat eines Experten hinzu ziehen, der sich mit zweisprachiger Kindererziehung auskennt.

8 – Es ist nicht immer einfach

Man muss sich vielen Herausforderungen stellen. Es werden abgesehen von den Zweiflern und schlechten Ratgebern auch alltägliche Hindernisse auftauchen. Wenn man dem eigenen Sprachenplan treu bleibt, ist man gut gewappnet gegen Überraschungen wie zum Beispiel veränderte Familienverhältnisse und Umstände wie Umzüge, Karriereschritte, Fremdeinflüsse usw. Man sollte sich nie scheuen, in solchen Situationen um Rat zu fragen.

9 – Wenn das Kind in der “falschen” Sprache antwortet

Dies passiert normalerweise dem Elternteil, der die Minoritätensprache spricht. Man denkt alles richtig gemacht zu haben, kohärent gewesen zu sein und doch kommt das Kind eines Tages heim und antwortet nicht mehr in der Familiensprache. Man ist enttäuscht und niedergeschlagen, doch es ist äusserst wichtig, dass man gerade jetzt nicht aufgibt. Man sollte gerade jetzt dran bleiben und wenn möglich die Expositionszeit des Kindes in der betroffenen Sprache erhöhen.

10 – Kinder zweisprachig zu erziehen hat viele Vorteile

Falls immer noch Zweifel bestehen, ob man ein Kind zweisprachig erziehen soll oder nicht, kann man sich über die vielen Vorteile informieren, die eine zweisprachige Erziehung mit sich bringt. Wir alle wollen nur das Beste für unsere Kinder, warum sollte also Kindern untersagt sein, mit mehr als zwei Sprachen aufzuwachsen?

11 – Man wird es nie bereuen

Die Entscheidung zur zweisprachigen Kindererziehung wird man nie bereuen. Andererseits gibt es viele Eltern, die es bereut haben, ihren Kindern eine ihrer Sprachen nicht mit auf den Weg geben zu haben – mal abgesehen von all den Erwachsenen, die gerne die eine zusätzliche Sprache ihrer Eltern von Kindesbeinen an erworben hätten.

12 – Man wird stolz sein, Kinder zweisprachig erzogen zu haben

Eltern, die ihre Kinder zweisprachig erziehen, sind unsagbar stolz wenn sie ihre Kinder das erste Mal mit ihren Großeltern oder anderen Familienmitgliedern “deren” Sprache sprechen hören. Es ist tatsächlich ein wundervolles Gefühl. Nicht nur Eltern werden stolz sein, sondern auch die Kinder und der Rest der Familie. Und zweisprachige Familien sind alle ein wichtiges Vorbild für andere.

Möge der Friede und die Macht mit Dir sein.

Deine,
Rita
__________________________________________

Übersetzung [Translation]:

Ute Limacher-Riebold

Ute ist Wissenschaftlerin, Bloggerin, Sprachtrainer und Coach für im Ausland lebende Familien. Sie hat einen Dr. in Französischer Literatur, einen Master in Bilinguismus und schreibt über Mehrsprachigkeit, Third Culture Kids und das Leben als Expat in Expat–Since-Birth, Expat living in The Hague und Ute’s Expat Lounge – Sie spricht fließend Deutsch, Italienisch, Französisch, Englisch, Holländisch, und Schweizerdeutsch. Ute ist auch ein Mitglied des Coach-Teams von Multilingual Parenting.

[Ute is a researcher, blogger, language trainer and coach for internationally living families. She has a PhD in French Literature and a Masters in Bilingualism and writes about Multilingualism, Third Culture Kids and Expat Life in Expat–Since-Birth, Expat living in The Hague and Ute’s Expat Lounge. – She speaks German, Italian, French, English, Dutch and Swissgerman. Ute is also a member of the Multilingual Parenting Team of Coaches.]

Original English post: 12 things parents raising bilingual children need to know.

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  One Response to “12 Dinge die Eltern zweisprachiger Kinder wissen müssen”

  1. […] 12 Dinge die Eltern zweisprachiger Kinder says: August 31, 2014 at 12:42 pm […]

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